So eine Salaternte hatten wir noch nie!
Auf den ersten Blick passt es eigentlich nicht zusammen: trockene Böden, wenig Regen – und mittendrin Salatköpfe, so groß und kräftig wie selten zuvor.
Selbst Erhard, der seit rund 40 Jahren Gemüse anbaut, ist überrascht:
„So eine Salaternte, muss ich sagen, hatte ich noch nie in 40 Jahren.“
Und das Bemerkenswerte daran: Die Salate wachsen auf unseren Feldern ohne zusätzliche Bewässerung.
Woher bekommt der Salat sein Wasser?
Während die obersten Zentimeter des Bodens trocken und staubig aussehen, sieht es weiter unten ganz anders aus.
Dort befindet sich noch Feuchtigkeit, die über die Wintermonate in den Boden gelangt ist. Die Pflanzen müssen sie nur erreichen.
Und genau das tun sie.
Erhard vermutet mit einem Augenzwinkern:
„Der ist mit seinen Wurzeln irgendwo Richtung Erdmittelpunkt. Das kann nicht anders sein.“
Natürlich reichen die Wurzeln nicht ganz so weit. Aber das Prinzip dahinter ist entscheidend: Pflanzen können ein erstaunlich weitreichendes Wurzelsystem entwickeln und sich Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen.
Einmal kräftiger Regen – sonst keine Bewässerung
Die Salate wurden in dieser Saison nicht regelmäßig mit Wasser versorgt. Lediglich einmal gab es einen ausgiebigen Regen.
Trotzdem wachsen sie kräftig weiter.
Das zeigt, wie wichtig es ist, beim Thema Trockenheit nicht nur auf das zu schauen, was wir an der Oberfläche sehen.
Denn entscheidend ist, was unter unseren Füßen passiert.
Ein gesunder Boden kann Wasser speichern
Ein Boden ist nicht einfach nur Erde. Er ist ein komplexes, lebendiges System.
Humus, Pflanzenwurzeln, Regenwürmer, Mikroorganismen und organisches Material beeinflussen gemeinsam, wie gut Wasser aufgenommen, gespeichert und wieder an Pflanzen abgegeben werden kann.
Deshalb beschäftigen wir uns auf unserem Hof intensiv mit der langfristigen Bodenfruchtbarkeit. Dazu gehören unter anderem organische Düngung, unser eigener Kompost und eine Bewirtschaftung, die das Bodenleben fördern soll.
Gerade in trockenen Jahren wird deutlich, wie wertvoll diese Arbeit sein kann.
Ökologische Landwirtschaft bedeutet auch: langfristig denken
Extreme Wetterphasen stellen die Landwirtschaft vor immer größere Herausforderungen. Längere Trockenperioden wechseln sich mit Starkregen ab – und niemand weiß genau, wie das Wetter der kommenden Saison aussehen wird.
Wir können das Wetter nicht beeinflussen.
Aber wir können versuchen, unsere Böden so zu bewirtschaften, dass sie möglichst widerstandsfähig bleiben.
Für uns ist das ein wichtiger Grund, auf ökologische Landwirtschaft, natürliche Kreisläufe und lebendige Böden zu setzen.
Nicht erst dann, wenn die Ernte beginnt – sondern das ganze Jahr über.
Und am Ende steht ein ziemlich beeindruckender Salat
Manchmal braucht es aber auch gar nicht so viele Worte.
Man muss nur neben Erhard auf dem Acker stehen und sich diese riesigen Salatköpfe anschauen.
Nach rund 40 Jahren Gemüsebau überrascht die Natur eben immer noch.
Und vielleicht ist genau das eines der schönsten Dinge an Landwirtschaft.
Im Video nimmt euch Erhard mit auf den Acker und zeigt die außergewöhnliche Salaternte – und erzählt, warum die Pflanzen trotz Trockenheit so kräftig wachsen.